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5.2 Wohnen in Maintal

In den letzten Jahren haben die Einwohnerzahlen von Maintal eher stagniert bzw. sind leicht rückläufig gewesen. Dieser Trend scheint sich nun umzukehren. In den letzten Jahren wurde deutlich, dass auch in Maintal bezahlbarer Wohnraum fehlt. Grundsätzlich herrscht in Maintal ‑ wie in den meisten Kommunen des Rhein-Main-Gebiets ‑ ein erheblicher Druck auf den Wohnungsmarkt, bedingt durch Zuwanderung in die Metropolen und ihre „Speckgürtel“. Der Zuwanderungsdruck dürfte weiter anhalten, Maintal wird also wieder wachsen. Dies führt zu vergleichsweise hohen Mieten. Daher wird eine zentrale Aufgabe in den nächsten Jahren sein mehr günstigen Wohnraum zu schaffen:

Günstiger Wohnraum muss geschaffen werden.

Ein Großteil der Wohnquartiere in den Maintaler Ortsteilen ist in den sechziger und siebziger Jahren entstanden (Altbestand). Deshalb wollen wir diese Quartiere sozial und wohngerecht modernisieren: Dazu gehören städtebauliche Maßnahmen, die gleichberechtigte Umgestaltung der Verkehrsräume, Schaffung von Aufenthaltsbereichen, Begrünungen sowie fußläufig erreichbare Einkaufs- bzw. Versorgungsmöglichkeiten im nahen Wohnumfeld. Bei diesen Veränderungen muss berücksichtigt werden, dass Selbstbestimmung und soziale Teilhabe gerade in den Altquartieren, wo die Menschen leben und bis ins hohe Alter leben wollen, besonders wichtig ist.

Vorrang bei der Wohnbebauung sollte weiterhin eine Arrondierung frei werdender Flächen in den jeweiligen Stadtteilen haben. Sozialverträgliches Wohnen mit bezahlbaren Mieten und Sozialwohnungsbau soll mit Verbesserungen im Wohnquartier (Bestand) und familiengerechter Wohnbauförderung verbunden werden.

Die anhaltende Niedrigzinsphase auf dem Kapitalmarkt trägt entscheidend dazu bei, dass Investoren für Wohnungsbauprojekte gefunden werden können. Dennoch wird die Stadt Maintal nicht umhin kommen, den Bau von Sozialwohnungen auch selbst zu fördern oder sogar direkt als Investor aufzutreten. Auch eine Selbstvermarktung von Flächen kommt in Frage, wenn vorher überprüfbar ermittelt worden ist, dass mit Mehreinnahmen für die Kommune zu rechnen ist.

In den kommenden Jahren stehen zwei Baugebiete in Dörnigheim im Vordergrund, beide befinden sich an der Eichenheege. Hier wurde bereits ein städtebauliches Konzept beschlossen, das aber entsprechend den neuen Anforderungen überarbeitet werden sollte.

Die große Zahl von Flüchtlingen und die steigenden Mietpreise müssen bei der Bauplanung ebenfalls noch stärker als bisher berücksichtigt werden. Wir fordern daher eine Planung, die einerseits bezahlbaren Wohnraum in ausreichender Menge ermöglicht, gleichzeitig aber eine „Ghettoisierung“ der Wohngebiete ausschließt.

Die Maintaler Wohnbaugenossenschaft muss als bedeutender Bauträger reaktiviert werden. Wir werden auch darauf achten, dass die vom Land bereitgestellten Gelder für den Wohnungsbau in Maintal optimal genutzt und dass mindestens 30% der Mittel für den Sozialwohnungsbau verwendet werden.

Gleichzeitig müssen die Baugebiete den Erfordernissen der Umwelt Rechnung tragen: Ressourcensparender Verbrauch von Fläche, Energie und Wasser!

5.2.1 Was wir wollen

  • Maintal braucht wegen des hohen Ducks auf dem Wohnungsmarkt dringend wieder einen qualifizierten Mietspiegel.
  • Strukturelle Verankerung von Bürgerbeteiligungsprozessen bei allen Fragen zur Stadtentwicklung wie Wohnen, Wohnumfeld und Verkehr
  • Bezahlbarer, familiengerechter Wohnraum muss geschaffen werden
  • Wohnumfeldverbesserungen und bezahlbare, umweltverträgliche Wohnquartiere müssen erhalten und ausgebaut werden (Sozialwohnungsbau und genossenschaftliche Projekte) Alle Bauvorhaben müssen die geforderten hohen Umwelt- und Nachhaltigkeitsanforderungen einhalten und familien-, alten- und behindertengerecht geplant und umgesetzt werden.
  • Die erfolgreiche Arbeit der sozialen Stadterneuerung muss fortgesetzt werden. Aufbau eines sozialen und kulturellen Treffpunkts (beispielsweise als Lesecafé) in Wachenbuchen, in dem auch städtische Dienstleistungen angeboten werden.
  • Bei den neu geplanten Gewerbegebieten „Am Regionalpark” in Bischofsheim (Flur 15/16, Bruno-Dreßler-Straße) oder Maintal West sollen Konzepte entwickelt werden, die möglichst umweltverträgliche Unternehmen und Dienstleister ansprechen.

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