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2.4 Senior*innen

Die geburtenstarken Jahrgänge 1955 bis 1970 („Baby-Boomer“) werden ab 2020 das Rentenalter erreichen. Selbst wenn neue Wohngebiete weiter junge Familien zum Zuzug nach Maintal bewegen, wird die Zahl der über 65jährigen auch in Maintal stark ansteigen.

Den demographischen Wandel
begreifen wir als Chance.

Als Rentner*in ist man nicht automatisch alt und gebrechlich. Dennoch ändern sich die Lebensumstände: Viele bisherige Pendler werden ihren Lebensmittelpunkt nach Maintal verlagern. Wer jetzt noch in Frankfurt arbeitet, nutzt die Mainmetropole z. B. auch für Einkäufe und kulturelle Angebote. Auch Maintaler Ruheständler werden das in Wohnortnähe suchen.

Die Bedeutung von „Wohnen im Alter“ steigt auch in Maintal mit der wachsenden Zahl an Senior*innen. Es gibt viele Konzepte, z. B. Mehrgenerationenhäuser (mehrere Generationen unter einem Dach), älter gewordene Singles mit einem gewachsenen Freundeskreis, sozial und/oder politisch engagierte Senior*innen und vieles mehr. Um möglichst viele Varianten zu ermöglichen, müssen Senior*innen ihre Vorstellungen aktiv gegenüber Politik und Verwaltung artikulieren.

Wie soll seniorengerechte Mobilität aussehen? Carsharing, eBike-Strom-Tankstellen, verbesserte Fahrradwege zwischen den Ortsteilen und natürlich die Nordmainische S-Bahn gehören dazu, ebenso der Ausbau des ÖPNV-Angebots. Insgesamt ein Verkehrskonzept, das ältere Menschen stärker in den Fokus nimmt. Zum Beispiel mit einer Entschleunigung des Verkehrs und besserer Beleuchtung, um Senior*innen eine ungefährdete Teilnahme am Verkehrsgeschehen zu ermöglichen.

Die Aktivitäten der „Unruheständler“ sind schon heute für unsere Kommune unverzichtbar geworden. Auch Einzelhandel und Gastronomie können von steigender Nachfrage nach wohnortnahen Angeboten profitieren. Verwaltung, Gewerbevertreter, Stadtleitbildgruppen und Bürgerschaft sollten gemeinsam Ziele für „Maintal 2020“ definieren.

2.4.1 Was wir wollen

  • Erarbeitung eines Leitbildes für eine zukunftsorientierte Senior*innenpolitik unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung
  • Wohnen für Ältere:
    • Bereitstellung alters- bzw. behindertengerechter Wohnungen im sozialen und/oder genossenschaftlichem Wohnungsbau
    • Unterstützung bei der Umsetzung des Projektes „Mehrgenerationenwohnen“ in Maintal
    • Weitere Projekte des „Betreuten Wohnens (Wohnung mit Service)“ in ganz Maintal (Berücksichtigung solcher Projekte bei der Ausweisung neuer Wohngebiete)
  • Sonstige Angebote für Ältere
    • Erhalt des Senior*innen Office der Stadt Maintal
    • Fortführung des städtischen Senior*innenprogramms
    • Barrierefreies Maintal, insbesondere beim öffentlichen Personennahverkehr und im öffentlichen Raum (z. B. Bordsteinabsenkung, Rampen)
    • Vernetzung städtischer Einrichtungen zur Kinderbetreuung mit Angeboten von bzw. für Senior*innen, z. B. Großelternpatenschaft/-service, gemeinsame Aktivitäten Alt + Jung
    • Bewegungsangebote für Alt + Jung, z. B. in der grünen Mitte oder am Mainufer
    • bedarfsgerechte Unterstützung für Senior*innen mit Migrationshintergrund (Mentor*innenprogramm)

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