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Die Maintaler FDP will sich auf Kosten der Kinder profilieren

Pressemitteilung

Der Kommunalwahlkampf 2021 hat wohl schon begonnen

Die Fraktion von Bünd­nis 90/Die Grü­nen ist er­freut, dass sich jetzt end­lich auch die Main­ta­ler FDP für die Kin­der­be­treu­ung in Main­tal in­te­res­siert: Zur Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung vom 08.06.2020 ver­such­te die FDP nach­träg­lich ei­nen Dring­lich­keits­an­trag zum The­ma „Öff­nung der Kitas un­ter Co­ro­na“ auf die Ta­ges­ordn­ung zu hie­ven. Ver­geb­lich, denn der Antrag hat die da­für not­wen­di­ge Zwei­drit­tel­mehr­heit nicht er­reicht und wird so­mit erst in der nächs­ten Sit­zung der Stadt­ver­ord­ne­ten be­han­delt.

Zum Hinter­grund: Durch die Co­ro­na-Pan­de­mie be­fin­det sich auch die Main­ta­ler Kin­der­be­treu­ung seit Mitte März 2020 in einer ab­so­lu­ten Aus­nah­me­si­tu­ati­on.

  • Ab dem 16.03.2020 waren zunächst alle Einrichtungen „geschlossen“:
    • Es wur­den nur noch die Kin­der von El­tern mit sys­tem­re­le­van­ten Be­ru­fen be­treut.
    • Die Gruppe sys­tem­re­le­van­ter Be­rufe wur­de von Wo­che zu Wo­che er­wei­tert, außer­dem wur­den rasch auch Kin­der al­lein­er­zie­hen­der El­tern­tei­le be­rück­sich­tigt.
    • Schon sehr früh wur­den Kin­der auf­ge­nom­men, bei de­nen das Ju­gend­amt ei­ne Ge­fähr­dung des Kin­des­wohls fest­stell­te.
    • Eltern, deren Kin­der nicht be­treut wer­den konn­ten, zahl­ten auch kei­ne Ki­ta-Ge­büh­ren.
  • Ab Mitte/Ende Mai wur­de in al­len Bun­des­län­dern <nobr>– also</nobr> auch in Main­tal/Hes­<nobr>sen -</nobr> mit der be­hut­sa­men, schritt­wei­sen Wie­der­er­öff­nung der Ein­rich­tun­gen be­gon­nen. Das gilt auch für die Bun­des­län­der, in de­nen die FDP an der Lan­des­re­gie­rung be­tei­ligt ist (z. B. Rhein­land-Pfalz).
    • Der Fahr­plan zur schritt­wei­sen Öff­nung der Main­ta­ler Ki­tas wur­de in öff­ent­li­chen Dis­kus­sio­nen al­ler re­le­van­ten Grup­pen und Insti­tu­tio­nen ab­ge­stimmt.
    • Dazu gab und gibt es zwi­schen al­len Frak­tio­nen, dem Ma­gis­trat und der Vor­sit­zen­den des Stadt­el­tern­bei­ra­tes (StEB) ei­nen trans­pa­ren­ten Aus­tausch zum Vor­ge­hen in den städ­ti­schen Ki­tas, zu­letzt in der öf­fent­li­chen Sit­zung des So­zi­al­aus­schus­ses am Frei­tag, 05.06.2020.
    • Dabei wur­de mehr­mals er­wähnt, dass die zu­stän­di­ge Ge­sund­heits­be­hör­de im Main-Kinzig-Kreis noch Än­de­run­gen vor­neh­men kann.

Wir wis­sen nicht, ob die FDP-Frak­tion mit den For­mu­lie­run­gen ih­res Dring­lich­keits­an­trags be­wusst ver­sucht hat den fal­schen Ein­druck zu er­wecken, dass Ma­gis­trat und Ver­wal­tung nichts zur Aus­wei­tung der Kin­der­be­treu­ung ge­tan hät­ten, ob die FDP-Frak­tion die viel­fäl­ti­gen Vor­ar­bei­ten nicht ver­stan­den hat oder ob die FDP-Frak­tion sie ob des wohl be­ab­sich­tig­ten Pub­li­ci­ty-Ef­fek­tes schlicht ig­no­riert hat. Je­den­falls pass­te die FDP-Frak­tion ih­ren auf­ge­bläh­ten An­trag nach der Aus­schuss­sit­zung am Frei­tag noch leicht an, ob­wohl sie be­merkt ha­ben muss­te, dass es be­reits ein gut durch­dach­tes Öff­nungs­sze­na­rio gab, dass ihr An­trag also be­reits über­holt bzw. über­flüs­sig war.

Wir wis­sen auch nicht, ob es Ab­sicht oder Un­kennt­nis war, dass der FDP-An­trag we­sent­li­che An­for­derun­gen der für die hes­si­schen Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen ein­schlä­gi­gen Ge­set­ze ig­no­rier­te:

  • Für die Kin­der­be­treu­ung wer­den nur pä­da­go­gi­sche Fach­kräf­te mit ei­nem ein­wand­frei­en er­wei­ter­ten po­li­zei­li­chen Füh­rungs­zeug­nis ein­ge­stellt; die Be­schäf­ti­gung er­folgt in en­ger Ab­stim­mung mit dem ört­li­chen Ju­gend­hil­fe­trä­ger.
  • Jegliche Räum­lich­kei­ten für Kin­der­be­treu­ung be­dür­fen ei­ner Be­triebs­er­laub­nis.

Monika Vogel, Fra­ktions­vor­sit­zende der Grü­nen und die Main­ta­ler Stadt­ver­ord­ne­te mit der weit­aus größ­ten so­zial­po­li­ti­schen Er­fah­rung, macht deut­lich: „Die zu­stän­di­gen Be­schäf­tig­ten der Stadt Main­tal a­rbei­ten mit Hoch­druck da­ran, ei­ne fach­lich qua­li­fi­zier­te Be­treu­ung auch in Pan­de­mie­zei­ten zu sichern. El­tern sind ver­un­sichert, sie wis­sen nicht, wie ihre Kin­der ihre Er­fah­run­gen der Pan­de­mie ver­ar­bei­ten. Da­her ist ge­rade jetzt ein Höchst­maß an Fach­lich­keit wich­tig“. Er­zie­hungs­part­ner­schaf­ten mit El­tern be­deu­tet, den El­tern mit Rat und ei­nem hohen Maß an Sen­si­bi­li­tät zur Sei­te zu ste­hen.

Die Frak­tion von Bünd­nis 90/Die Grün­en be­dankt sich aus­drück­lich beim Fach­be­reich Kin­der­be­treu­ung und den pä­da­go­gi­schen Fach­kräf­ten für die en­ga­gier­te Ar­beit auch in diesen Zei­ten.

Und Friedhelm Duch (stv. Frak­tions­vor­si­tzen­der) ab­schlie­ßend: „Wir ha­ben uns in der Ver­gan­gen­heit von der FDP öf­ter ge­wünscht, dass sie sich in­ten­si­ver mit den An­for­de­run­gen ei­ner qua­li­fi­zier­ten Kin­de­rbe­treu­ung be­schäf­tigt. Jetzt in Pan­de­mie­zei­ten mit man­gel­haf­ten Be­treu­ungs­vor­schlä­gen Zeit und Kraft al­ler Be­tei­lig­ten zu ver­geu­den, kann nur be­deu­ten, dass der FDP selbst in dieser schwie­ri­gen Si­tua­tion die par­tei­po­li­tische Pro­fi­lie­rung wich­ti­ger ist als ernst­haf­te, ver­ant­wor­tungs­be­wus­ste Vor­schlä­ge. Wir von Bünd­nis 90/Die Grün­en wer­den auch wei­ter­hin fun­dier­te Fach­kennt­nis­se vor plum­pe Pro­pa­gan­da und pass­ge­naue Pä­da­go­gik vor der­be De­ma­go­gie stellen.“

„Offen­bar hat die FDP be­reits den Start­schuss für den Kom­mu­nal­wahl­kampf ge­ge­ben. An­ders las­sen sich auch an­de­re An­trä­ge nicht er­klä­ren, die aus den Rei­hen der FDP ge­stellt wer­den. Ver­zicht auf Auf­wands­ent­schä­di­gung der Stadt­ver­ord­ne­ten, die da­für ge­rade 34€ erhalten, Rück­zah­lung von „Knöll­chen“, wie der Frak­tions­vor­sit­zen­de Ver­warn­gel­der für Ord­nungs­wi­drig­kei­ten im Stra­ßen­ver­kehr nennt, oder eben die­ser An­trag: Die Luft­ho­heit über den Stamm­tischen scheint der­zeit wich­tigs­tes Ziel der Main­ta­ler FDP zu sein. Da­ran wer­den wir uns mit Si­cher­heit nicht be­tei­li­gen“, stellen die Grünen klar.



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