13.06.2019

Mit CDU und SPD zurück ins Betonzeitalter des 20. Jahrhundert

Pres­se­mit­tei­lung zur Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung am 11.06.2019

Maintals Grüne sind be­stürzt über Politik­rezep­turen der Ver­gan­gen­heit

Maß­los ent­täuscht zei­gen sich die Main­taler Grü­nen über das Ver­hal­ten der Frak­tio­nen von CDU und SPD in der letz­ten Woc­he. „In den letz­ten Jah­ren hat­ten wir eine gute Dis­kus­sions­kul­tur über alle Frak­tio­nen hin­weg ent­wickelt, wie ins­be­son­dere bei den Haus­halts­be­ra­tun­gen fest­zu­stel­len war“, stellt die Frak­tion fest. „Bei den Be­schlüs­sen zum „Opens external link in current windowGreen­tower“ und zum Klima­schutz­be­auf­trag­ten zeig­te sich ein ent­täu­schen­der Rück­fall in die Zeiten groß­koa­li­tio­nä­rer Groß­manns­sucht.“

„Wenn FDP und WAM die Wei­ter­be­schäf­ti­gung ei­nes Klima­schutz­be­auf­trag­ten aus un­ter­schied­lichen Grün­den ab­leh­nen, dann ist aus meiner Per­spek­ti­ve zwar be­dau­er­lich, aber un­ter De­mo­kra­ten zu res­pek­tie­ren,“ meint Fried­helm Duch, der die Grü­nen im Haupt- und Fi­nanz­aus­schuss ver­tritt. „Wenn aber CDU und SPD eine Ma­gis­trats­vor­la­ge dann kip­pen, in­dem sie sich ohne je­den Kom­men­tar ent­hal­ten, macht mich diese Form von Nicht­mei­nung ein­fach fas­sung­slos.“

Noch schlim­mer ging es nach An­sicht der Grü­nen am Mon­tag in der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung zu, als das The­ma „Green­tower“ auf­ge­ru­fen wurde. „Als Stadt­rat Sacht­le­ber seine Ar­gu­men­te ge­gen das Pro­jekt vor­trug, ver­ließ die SPD-Frak­tion fast ge­schlos­sen und de­mon­stra­tiv den Saal, um erst nach En­de der Re­de des Stadt­rats zu­rück­zu­kom­men. Mei­nungs­aus­tausch scheint bei den Main­ta­ler So­zial­de­mo­kra­ten nicht mehr zum gu­ten Ton un­ter De­mo­kra­ten zu ge­hö­ren“, meint Hart­mut Kö­nig da­zu. Ent­täuscht zeigt sich auch An­ge­la Loch­mann: „Ein Pro­jekt, mit dem das ge­ra­de erst im letz­ten Jahr nach lan­gen Dis­kus­sio­nen be­schlos­se­ne in­te­grier­te Stadt­ent­wick­lungs­kon­zept in einem sei­ner grund­le­gen­den Punk­te in Fra­ge ge­stellt wird, hät­te ei­ne ent­spre­chend aus­führ­li­che Be­ra­tung ver­dient. Statt des­sen pei­tschen SPD und CDU ei­nen ent­spre­chen­den An­trag im Schweins­ga­lopp durch das Par­la­ment, ge­treu dem Mot­to: Wir ha­ben die Mehr­heit, was küm­mern uns an­de­re Mei­nun­gen.“

Aber nicht nur das Ver­hal­ten der bei­den großen Frak­tio­nen ist aus Sicht der Grü­nen vor­ges­trig: „Mit der Be­zeich­nung “Green­tower“ al­lei­ne kann man uns nicht über­zeu­gen. Aber dann ge­hen rei­hen­wei­se Stadt­ver­ord­nete von CDU und SPD ans Red­ner­pult und fin­den ei­nen 50 Me­ter ho­hen Be­ton­klotz, der den Orts­ein­gang Dör­nig­heims auf Jahr­zehn­te hin­aus do­mi­nie­ren wür­de, auch noch schön! So schön wie die gan­zen Be­ton­bau­ten der 70er und 80er Jah­re, als man der­ar­ti­ge Bau­sün­den für ei­nen Aus­druck von Mo­der­ni­tät hielt“, er­klärt Dirk Kirch­mann da­zu. „Statt des­sen geht man mit der Ar­ro­ganz einer Gro­Ko-Mehr­heit über die Be­den­ken der übri­gen Frak­tio­nen und der Bür­ger­in­nen und Bür­ger hin­weg.“

„Zu Be­ginn der ak­tuel­len Wahl­pe­rio­de hat­ten die bei­den größe­ren Frak­tio­nen schon ein­mal eine ähn­li­che Ten­denz, als man die Zahl der eh­ren­amt­li­chen Ma­gis­trats­mit­glie­der von sechs auf acht er­höh­te, um sich ver­lo­ren­ge­gan­ge­nen Ein­fluss zu­rück­zu­ho­len. Da­mals habe ich da­ran er­in­nert, dass SPD und CDU sich vor 18 Jah­ren auf mehr als 80% der Wäh­ler­stim­men stüt­zen konn­ten und zu­sam­men 37 der 45 Man­da­te in der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung auf sich ver­ei­nig­ten. Seit­dem gin­gen diese Zah­len kon­ti­nu­ier­lich zu­rück, bei der letz­ten Kom­mu­nal­wahl wa­ren es noch 59% und 26 Sitze“, sagt Fried­helm Duch da­zu. „Of­fen­bar ist man aber nicht in der La­ge, aus sol­chen Ent­wick­lungen Schlüs­se zu zie­hen.“

Die Er­geb­nis­se der EU-Wah­len ha­ben of­fen­sicht­lich we­der auf Bun­des- noch auf kom­mu­nal­po­li­tischer Ebene ei­nen Lern­ef­fekt er­zeugt, mei­nen die Main­ta­ler Grü­nen: „Ein ka­tas­tro­pha­les Er­geb­nis – auch in Main­tal – führt zwar da­zu, dass man in der ei­nen Par­tei die Vor­sit­zen­de schasst und in der an­de­ren in Frage stellt, in­halt­lich macht man aber mun­ter wei­ter wie bis­her. Wir sind über­zeugt, die Bür­ger­innen und Bür­ger un­se­rer Stadt wer­den es in­te­res­siert ver­fol­gen“, er­klä­ren die Grü­nen Main­tal ab­schließend.



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